FS38.26 – Indian Summer im Socatal: Warum es sich lohnt, ein Fluggebiet wirklich kennenzulernen

Seit ein paar Tagen sind wir mit unserer Gruppe in Slowenien, und wir müssen sagen: Besser hätte der Herbst uns kaum empfangen können. Das Socatal zeigt sich gerade von seiner schönsten Seite.

Die Luft ist klar, die Farben leuchten, morgens hängen oft noch ein paar Nebelschwaden über dem türkisfarbenen Fluss, und wenn es abends ruhig wird, hört man aus den Wäldern die Hirsche röhren. Es ist wenig los, am Startplatz haben wir viel Platz und in der Luft teilen wir uns die Thermik nur mit wenigen anderen Piloten.

Stabiles Wetter, tolle Bedingungen

Dank der Wetterlage konnten wir in den ersten Tagen der Woche schon ausgiebig den Kobala befliegen. Die Entscheidung dafür haben wir gemeinsam getroffen, und Nobbi hatte als Meteobuchautor und Wetterexperte die Lage dabei natürlich besonders genau im Blick. Inzwischen sind wir richtig froh, dass wir dabei geblieben sind, denn genau daraus ergibt sich die schönste Erkenntnis dieser Woche FS38.26.

Warum es sich lohnt, ein Fluggebiet wirklich kennenzulernen

Beim ersten Flug war die Aufregung in der Gruppe deutlich zu spüren. Ein neues Fluggebiet, ein unbekannter Startplatz, ein Tal, das man bisher nur von der Karte oder aus Erzählungen kannte. Wo steht die Thermik? Wie verhält sich der Talwind? Wo liegt der Landeplatz, und wie komme ich sicher dorthin? Das sind Fragen, die man vor dem ersten Start im Kopf hat, und das ist auch völlig normal so.

Mit jedem weiteren Flug am Kobala hat sich das spürbar verändert. Die Teilnehmer lernen die orographischen Gegebenheiten des Gebiets bei jedem Flug ein Stück besser kennen. Sie wissen inzwischen, welche Rippen und Geländekanten gut funktionieren, wo die Aufwindquellen zuverlässig stehen und zu welcher Tageszeit sich welche Hangseite lohnt. Das Gelände wird vom unbekannten Terrain zu etwas Vertrautem.

Die Folge davon sieht man direkt in der Luft. Die Aufwinde werden schneller gefunden und besser genutzt, die Thermikkreise werden sauberer, die Entscheidungen ruhiger. Viele Startplatzüberhöhungen gelingen, und die Flüge werden von Tag zu Tag länger. Da kommt in dieser Woche richtig viel Airtime zusammen.

Von der Anspannung zum Genussfliegen

Für uns als Fluglehrer ist das der schönste Teil einer solchen Reise. Wenn wir an den ersten Tag zurückdenken und die Gruppe der Woche FS38.26 nach weiteren Flugtagen am Startplatz sehen, ist die Leistungssteigerung wirklich beachtlich. Die Anspannung vom Anfang ist verflogen. Stattdessen wird entspannt aufgebaut, gelassen gestartet und oben in Ruhe die Aussicht über das Socatal genossen. Das Genussfliegen steht jetzt im Vordergrund, und genau so soll es sein.

Diese Erfahrung lässt sich übrigens gut auf das eigene Fliegen übertragen. Sicherheit und Souveränität in der Luft entstehen nicht nur durch möglichst viele verschiedene Fluggebiete, sondern auch dadurch, ein Gebiet wirklich gründlich kennenzulernen. Wer mehrere Tage hintereinander am selben Berg fliegt, kann sich immer mehr auf das Fliegen selbst konzentrieren, statt ständig mit Orientierung und neuen Eindrücken beschäftigt zu sein. Das schafft Kapazität im Kopf, und die fließt direkt in bessere Flüge.

Wenn du dir die Stimmung hier vorstellen möchtest: Klare Herbstluft, ein ruhiges Tal und eine Gruppe, die einfach Freude am Fliegen hat. Ein paar Eindrücke davon siehst du auf den Fotos.

Viele Grüße aus dem Socatal
Hauke und Nobbi

Hauke und Nobbi
Hauke und Nobbi genießen den Indian Summer im Socatal…

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