Mittelgebirge
Heute kommt meine Wetterprognose – dank Starlink – aus der Gobi-Wüste. Einige Impressionen aus der Steppe in Norden und der Wüste Gobi im Süden der Mongolei gibt es hier.
Freitag und Samstag stehen zwei ruhige, überwiegend sonnigend niederschlagsfreie und damit spätsommerlicher Flugtage bevor.
Der Freitag beginnt teils sonnig, teils neblig trüb. Bald lösen sich Nebelfelder auf und die Temperaturen steigen auf etwa 20 Grad. Die Temperaturen auf der Wasserkuppe sind in der Regel 6 bis 8 Grad niedriger als in den Ballungszentren, wie im Rhein-Main-Gebiet oder in in der Region um Würzburg. Auch im Hochsauerland ist es in Elpe, zwischen Winterberg und Willingen deutlich kühler als im Ruhrgebiet.
Der Wind weht nur schwach, kommt vormittags aus Süden und dreht zum Abend auf West. Es werden Höhenflüge stattfinden und Piloten, die im Sommer in den zurückliegenden Kursen weniger als 15 Flüge hatten sind eingeladen, in den kommenden Tagen mit zu fliegen.
Der Samstag beginnt in den Hochlagen der Rhön möglicherweise sogar nebelig, bevor es sich zum Mittag auflöst. Der Wind weht zunächst schwach aus Süd bis West und kommt am Abend deutlich aus Westen.
Für Sonntag Nachmittag erwarten wir eine Front. Morgens weht der Wind aus Südwest. Ab dem späten Vormittag wird es dann zu windig zum Fliegen. Ab dem Nachmittag soll etwas Regen aufziehen.
Trend
Nach diesem Ausreißer mit einigen Regenfällen am Sonntagmittag sieht die nächste Woche windschwach und fliegerisch sehr gut aus.

Andreas Schubert
Pädagoge und seit sehr langer Zeit leidenschaftlicher Flugsportler
Alpen – Südtirol, Stubai und Allgäu
Zeitraum: Freitag, 11.09.2026 bis Montag, 14.09.2026 | Vorschau: Dienstag bis Donnerstag, 15.–17.09.2026
Aussicht/Trend
Das Wochenende beginnt mit einem Übergang von feucht-kühlem Störungswetter zu Hochdruckeinfluss. Entscheidend ist weniger die Niederschlagsfrage als der Wind: Am Freitag steht Südtirol klar unter Nordföhneinfluss. Am Samstag wird die Druckverteilung zwar schwächer föhnig, der Nordwind bleibt inneralpin aber relevant. Erst am Sonntag ist nach den aktuellen Prognosen eine echte föhnseitige Entspannung am wahrscheinlichsten. Schon am Montag wird erneut eine nordföhnige Komponente gerechnet. Nördlich des Hauptkamms ist der gleiche Strömungskomplex kein „Nordföhn“, sondern vor allem als Nord- bis Nordwestwind, Lee und Turbulenz zu bewerten.
Nordföhn-Check Südtirol
Das Föhndiagramm Bozen–Innsbruck ist für Freitag eindeutig: Die prognostizierte Druckdifferenz liegt meist zwischen etwa -4 und -5 hPa und fällt um die Mittagszeit vorübergehend auf ungefähr -6 bis -6,5 hPa. Erfahrungsgemäß reichen rund -3 hPa bereits für Föhn in den Tälern nahe dem Alpenhauptkamm; um -6 hPa kann der Nordföhn deutlich weiter nach Süden durchgreifen. Damit ist Freitag kein Grenzfall, sondern ein ernst zu nehmender Nordföhntag.
Bis Freitagabend steigt die Kurve wieder in Richtung -3 hPa. Das spricht für eine Abschwächung zum Samstag, nicht aber für sichere Föhnfreiheit. Für Sonntag wird inneralpin nur noch schwacher Wind erwatet – das deutet darauf hin, dass der Nordföhn weitgehend abklingen dürfte. Am Montag taucht der inneralpin nordföhnige Charakter erneut auf. Deshalb: Freitag klar kritisch, Samstag stationsabhängig, Sonntag wahrscheinlich deutlich besser, Montag wieder neu prüfen.
Freitag, 11.09.2026: Wetterbesserung – auf der Südseite aber klar nordföhnig
Südtirol
Vormittag: Restwolken lösen sich zunehmend auf, von Westen kommt trockenere Luft. Im Pustertal entwickelt sich die Thermik nur zögernd. Gleichzeitig besteht bereits eine ausgeprägte Nord-Süd-Druckdifferenz. Am Alpenhauptkamm, im Wipptal und in nord-süd-orientierten Tälern ist mit Nordföhn zu rechnen.
Mittag: Die Sonne setzt sich besser durch und die thermische Qualität steigt. Im Pustertal kann die Basis später am Tag Richtung 3000 m und darüber steigt. Der blaue Himmel ist aber kein ausreichendes Go-Signal: Föhn, Lee und beschleunigte Talströmungen bleiben die zentrale Gefahr.
Nachmittag/Abend: Die Basis kann im Pustertal bis ungefähr 3200 m ansteigen. Gleichzeitig erreicht die Druckdifferenz tagsüber föhnkritische Werte und entspannt sich erst später. Nur abgeschirmte lokale Flüge bei eindeutig unkritischen Live-Werten sind denkbar; kein seriöser allgemeiner XC-Tag.
Wind: 1000 m meist N bis NW etwa 5–15 km/h, in Föhntälern deutlich stärker | 2000 m N bis NW etwa 10–20 km/h | 3000 m N bis NW etwa 15–30 km/h. Föhnböen und lokale Beschleunigungen können diese Modellwerte deutlich übertreffen.
Gefahren: Nordföhn, Lee, starke Windgradienten zwischen Tal und Kamm, ruppige Ablösungen. Hauptkamm- und Talstationen vor jedem Start zwingend prüfen.
Stubai
Vormittag: Nach dem nassen Donnerstag bleibt es zunächst stark bewölkt, lokal mit Restniederschlag und niedriger Arbeitsbasis. Die Besserung kommt aus Westen, im Stubai jedoch eher langsam.
Mittag: Einzelne Auflockerungen werden häufiger, die Thermik bleibt schwach und unzuverlässig.
Nachmittag/Abend: Ein begrenztes lokales Fenster ist möglich, vor allem wenn die Bewölkung schneller aufreißt als erwartet. Für Streckenflug fehlen jedoch Thermikbreite und verlässliche Einstrahlung.
Wind: 1000 m schwach, lokal talwindgeprägt 5–15 km/h | 2000 m NW etwa 10–20 km/h | 3000 m NW etwa 15–25 km/h, exponiert böiger.
Allgäu
Vormittag: Nebel und tiefe Bewölkung sind das Hauptproblem. Trotz trockener werdender Luft bleibt die Einstrahlung zunächst zu schwach für einen zuverlässigen Thermikstart.
Mittag: Von Westen mehr Auflockerungen. Lokal kann Thermik entstehen; das Modell zeigt grundsätzlich mäßiges Potenzial, die tatsächliche Nutzbarkeit hängt aber stark vom Zeitpunkt des Aufreißens ab.
Nachmittag/Abend: Das beste Fenster liegt am Nachmittag. Lokal sind brauchbare Thermikflüge möglich, für ein geplantes XC-Unternehmen ist die Wetterentwicklung aber noch zu inhomogen.
Wind: 1000 m W bis NW etwa 5–15 km/h | 2000 m NW etwa 10–20 km/h | 3000 m NW etwa 15–25 km/h, auf freien Kämmen stärker.
Samstag, 12.09.2026: Bester Thermiktag – aber Wind entscheidet
Südtirol
Vormittag: Weitgehend wolkenloser Start in den Tag. Die nächtliche Abkühlung und trockene Luft erlauben einen sauberen Thermikaufbau. Föhnig bleibt es vor allem inneralpin und in den bekannten Durchbruchsräumen.
Mittag: Im Pustertal kräftigerer Thermikaufbau, thermisch ist das deutlich besser als Freitag. Die Föhnlage wird jedoch nur schwächer, nicht vollständig beendet: insbesondere Wipptal, Hauptkamm und mögliche Leebereiche konsequent meiden.
Nachmittag/Abend: Längeres thermisches Fenster. Wenn die Live-Stationen eine klare Entspannung zeigen, sind im Pustertal lokale und mittlere Aufgaben denkbar. Bei auffälligem Nordwind, ruppigem Startplatzbild oder beschleunigtem Talwind sofort defensiver planen.
Wind: 1000 m in nördlichen Tälern N etwa 5–15 km/h, lokal föhnig stärker | 2000 m N bis NW etwa 10–20 km/h | 3000 m N bis NW etwa 20–35 km/h, an exponierten Graten zeitweise darüber.
Gefahren: Rest-Nordföhn, Lee südlich hoher Kämme, Windzunahme mit der Höhe. Keine pauschale Föhnentwarnung trotz sonnigem Himmel.
Stubai
Vormittag: Rasch freundlich und meist trocken. Die Thermik setzt ab dem späteren Vormittag deutlich besser ein als am Freitag.
Mittag: Gute thermische Phase mit einer Basis um etwa 3400 bis 3500 m. Der Nordwestwind nimmt mit der Höhe zu und kann die Thermik deutlich winddurchsetzen.
Nachmittag/Abend: Für erfahrene Piloten der beste Stubai-Tag dieser Ausgabe, solange die Grate ruhig bleiben. Hoch geführte Aufgaben, Lee hinter Nordwest-exponierten Kämmen und Talquerungen bei starkem Grundwind vermeiden.
Wind: 1000 m schwach bis mäßig 5–15 km/h | 2000 m NW etwa 10–20 km/h | 3000 m NW etwa 20–35 km/h, in Böen bzw. exponiert lokal bis etwa 40–50 km/h möglich.
Gefahren: Böiger Nordwestwind, Lee, kräftige Herbstthermik mit teils abrupten Übergängen.
Allgäu
Vormittag: Sehr freundlicher Start, die Thermik baut deutlich besser und früher auf als am Freitag.
Mittag: Das stärkste XC-Signal der drei Regionen. Die Thermikprognose liegt bei gutem Niveau, mit einer Basis um 2700 bis 2800 m. Für das Allgäu ist das ein ordentliches, langes Arbeitsfenster.
Nachmittag/Abend: Bis in den späteren Nachmittag thermisch gut nutzbar. Gleichzeitig wird der Nordwestwind zeitweise böig und zunehmend in die Thermik eingemischt. Bei rauem Startplatzbild oder auffälligen Kammwerten lieber lokal bleiben.
Wind: 1000 m NW etwa 5–15 km/h | 2000 m NW etwa 10–20 km/h | 3000 m NW etwa 20–30 km/h, an freien Kämmen und in Böen 30–40 km/h oder mehr möglich.
Gefahren: Winddurchsetzte starke Thermik, Lee, Turbulenz an Kämmen. Für weniger erfahrene Piloten kann der Tag trotz Sonne schnell anspruchsvoll werden.
Sonntag, 13.09.2026: Föhnentspannung im Süden – nördlich mehr Kratzer
Südtirol
Vormittag: Sonnig und deutlich ruhiger als am Freitag. Nach aktuellem Stand ist der Nordföhn weitgehend abgeklungen; die Druck- und Windlage muss am Morgen trotzdem nochmals kontrolliert werden.
Mittag: Im Pustertal mäßige Thermik. Damit sind lokale Thermikflüge gut denkbar, die Prognose wirkt aber weniger dynamisch als der Samstag.
Nachmittag/Abend: Der Höhenwind gewinnt wieder etwas an Bedeutung. Kein Grund, den Tag als automatischen XC-Tag zu betrachten; für längere Aufgaben den Rückweg frühzeitig planen.
Wind: 1000 m meist schwach bzw. thermisch geprägt 5–15 km/h | 2000 m W bis NW etwa 10–20 km/h | 3000 m W bis NW etwa 20–35 km/h, später lokal stärker.
Gefahren: Restliche Nordkomponente am Hauptkamm, zunehmender Höhenwind und lokale Lee-Bereiche. Föhnrisiko aber klar geringer als Freitag/Samstag.
Stubai
Vormittag: Sonnige Abschnitte, allerdings ziehen hohe und mittelhohe Wolkenfelder durch. Die Thermik beginnt schwächer als am Samstag.
Mittag: Nur teilweise nutzbare Thermik. Abschattung und West- bis Nordwestwind verhindern ein gleichmäßiges Fenster.
Nachmittag/Abend: Der Wind nimmt in der Höhe eher zu. Für lokale Flüge können kurze Phasen passen, XC ist deutlich weniger attraktiv als Samstag.
Wind: 1000 m W bis NW etwa 5–15 km/h | 2000 m W bis NW etwa 10–25 km/h | 3000 m W bis NW etwa 25–40 km/h, exponiert stärker.
Allgäu
Vormittag: Der Hochdruckeinfluss ist grundsätzlich vorhanden, gleichzeitig können ausgedehnte Ac-/Ci-Felder die Einstrahlung deutlich reduzieren.
Mittag: Stärkere Abschattung bremst die thermische Entwicklung stark ein.
Nachmittag/Abend: Der West- bis Nordwestwind nimmt weiter zu. Auch wenn lokal die Sonne länger durchkommt, ist kein verlässlich planbarer Streckenflugtag zu erwarten.
Wind: 1000 m W bis NW etwa 10–20 km/h | 2000 m W bis NW etwa 20–30 km/h | 3000 m W bis NW etwa 30–45 km/h, später teils darüber.
Montag, 14.09.2026: Sonnig ist nicht gleich fliegbar
Südtirol
Vormittag: Der Wettercharakter bleibt freundlich, doch die Strömung wird erneut nordföhnig. Besonders die nördlichen Täler und der Alpenhauptkamm müssen deshalb wieder kritisch beurteilt werden.
Mittag: Im Pustertal nur teilweise brauchbare Thermik. Gleichzeitig ist der Wind oberhalb der Arbeitshöhe deutlich stärker.
Nachmittag/Abend: Einzelne thermische Phasen sind möglich, für XC überwiegt das Windrisiko. Bei erneuten Föhnzeichen konsequent am Boden bleiben.
Wind: 1000 m lokal N bzw. talwindgeprägt 5–15 km/h, in Föhntälern stärker | 2000 m N bis NW etwa 15–25 km/h | 3000 m NW etwa 30–45 km/h, höher bzw. exponiert deutlich stärker.
Gefahren: erneuter Nordföhn, starkes Windgefälle, Lee und Turbulenz.
Stubai
Vormittag: Trotz teils freundlichem Himmel nur schwacher Thermikansatz. Die großräumige Strömung ist für Gleitschirmfliegen der limitierende Faktor.
Mittag/Nachmittag: Der Höhenwind erreicht deutlich kritische Bereiche; die Luftmasse kann stark winddurchsetzt sein.
Wind: 1000 m NW etwa 5–15 km/h | 2000 m NW etwa 15–25 km/h | 3000 m NW etwa 30–45 km/h, oberhalb davon verbreitet 50 km/h und mehr möglich.
Gefahren: starker Höhenwind, Lee, Turbulenz; kein planbarer Thermik- oder XC-Tag.
Allgäu
Vormittag: Freundlicher als Sonntag möglich, thermisch aber zunächst nur schwach.
Mittag/Nachmittag: Teilweise nutzbare Thermik. Der West- bis Nordwestwind bleibt jedoch deutlich und nimmt mit der Höhe zu.
Wind: 1000 m W bis NW etwa 10–20 km/h | 2000 m W bis NW etwa 20–30 km/h | 3000 m W bis NW etwa 30–45 km/h, exponiert stärker.
Streckenflugtipp
Samstag im Allgäu ist aus heutiger Sicht die interessanteste Streckenflugoption. Das thermische Fenster ist deutlich länger und robuster als am Freitag, während Südtirol gleichzeitig mit Nordföhn kämpft. Empfehlenswert ist eine kompakte, defensiv angelegte Route im Allgäuer Alpenraum mit kurzen Ausstiegswegen statt einer hoch geführten Maximalaufgabe. Die Basis um 2700 bis 2800 m ist brauchbar, aber nicht außergewöhnlich hoch. Entscheidender als die Thermik wird der Nordwestwind: 3000-m- und Kammwerte vor Start prüfen und bei deutlich böiger Entwicklung keine Lee-Querungen erzwingen.
Dienstag bis Donnerstag, 15.–17.09.2026
Südtirol
Dienstag spricht derzeit sehr viel für stabiles, sonniges Hochdruckwetter. Auch der Landeswetterdienst erwartet strahlenden Sonnenschein. Für Mittwoch bleibt die Mehrzahl der Modelle noch eher trocken, ab Donnerstag nimmt die Streuung deutlich zu: einzelne Modellläufe rechnen im Raum Brixen/Pustertal wieder Schauer bzw. mehrere Millimeter Niederschlag. Eine klar etablierte Regenphase ist daraus noch nicht abzuleiten. Für die Flugplanung ist die Windentwicklung wichtiger als die reine Niederschlagsfrage; insbesondere nach dem erneuten nordföhnigen Montag sollte der Druckgradient neu bewertet werden.
Stubai
Dienstag wahrscheinlich wieder freundlicher und trocken. Für Mittwoch und Donnerstag ist die Prognose deutlich unsicherer: einzelne Modelle rechnen erneut 2–5 mm bzw. Schauer, andere halten den Hochdruck länger. Damit zeichnet sich eher eine mögliche kurze Störung oder lokale Schauerphase als eine sichere mehrtägige Regenperiode ab.
Allgäu
Dienstag ist nach den aktuellen Prognosen nochmals ein guter Hochdrucktag. Ab Mittwoch steigt die Unsicherheit deutlich; einige Modellprognosen bringen wieder mehr Wolken und einzelne Schauer, andere lassen die Nordwestseite länger trocken. Noch kein belastbares Signal für eine anhaltend nasse Woche.

Andy Frötscher
Hike&Fly Expert • Paragliding Guide • Photographer • 6 x Red Bull X-Alps participant



