Mittelgebirge
Auch diesmal kommt die Wetterprognose wieder aus der mobilen Wetterredaktion in der Mongolei. Es wird herbstlich in den deutschen Mittelgebirgen
Freitag, 18.9.26: Der Tag beginnt teils nebelig trüb, teils aufgelockert bewölkt – aber auch teils regnerisch. Eine Front überquert die Mitte Deutschlands. Auf ihrer Rückseite fließt frische, labil geschichtete und noch einmal thermische Luft atlantischen Ursprungs ein. Es wird im Tagesverlauf teils aufgelockert, teils stärker bewölkt und windig.
Am Nachmittag nimmt der Wind allmählich ab. Und dies geschieht in der Regel nach Erreichen der Tageshöchsttemperatur. Die wird am Freitag um 16 Uhr erreicht. Bis dahin geht’s zum Groundhandling und danach dürfte es zum Soaring in absteigender Reihenfolge gut gehen. Das bedeutet, dass zunächst die erfahrenen Piloten mit höher klassifizierten Schirmen zum Hangsegeln in die Luft kommen. Ab etwa 17 Uhr dürfte es dann und auch für erfahrene Piloten gut zu fliegen sein. Ganz am Abend, ab etwa 18:30 Uhr können noch die Flugschüler mit einem Abflug am Fliegerdenkmal oder an der Weiherkuppe rechnen.
In der Nacht zum Samstag beruhigt sich das Wetter. Es klart auf und kühlt auf ein einstelliges Temperaturniveau ab. Der Samstag beginnt schon herbstlich frisch, teils sonnig, teils nebelig und windschwach. Auf der Wasserkuppe gibt es morgens um 7 Uhr das perfekte Schulungswetter. Gegen 9 Uhr beginnt der Wind und erfahrene Piloten können schon oben bleiben, bevor es in der Mittagszeit dann zu stark werden dürfte. Am späten Nachmittag beruhigen sich die Windbedingungen wieder und es fliegt wieder.
Der Sonntag beginnt ebenfalls zunächst noch windschwach. Rasch nehmen die Windgeschwindigkeiten sowohl in den Hochlagen als auch bodennah in den Niederungen zu. In Böen muss sogar mit Sturmstärke gerechnet werden.
Zu Beginn der kommenden Woche beruhigt sich das Wettergeschehen wieder.

Andreas Schubert
Pädagoge und seit sehr langer Zeit leidenschaftlicher Flugsportler
Alpen – Südtirol, Stubai und Allgäu
Zeitraum: Freitag, 18.09.2026 bis Montag, 21.09.2026 | Vorschau: Dienstag bis Donnerstag, 22.–24.09.2026
Aussicht/Trend
Nach der feuchten und wechselhaften Wetterphase bleibt der Freitag noch störungsanfällig. Am Samstag setzt sich vorübergehend Hochdruck durch und bringt das beste Flugfenster. Bereits am Sonntag dreht die großräumige Strömung wieder deutlicher auf Nordwest bis Nord. Damit verschieben sich die Hauptprobleme: Auf der Südseite wird Nordföhn zunehmend relevant, auf der Nordseite sind Nordwestwind, Lee und Turbulenz entscheidend. Am Montag ist diese Nordlage in allen drei Regionen klar ausgeprägt. Für Dienstag deutet sich eine langsame Entspannung an, Mittwoch wirkt derzeit ruhiger und sonniger; der Donnerstag liegt noch außerhalb einer belastbaren Detailprognose.
Föhn-Check Südtirol und Nordalpen
Für Freitag und Samstag zeigen die verfügbaren Windprofile weder für Südtirol ein ausgeprägtes Nordföhnsignal noch für Stubai und Allgäu eine klassische Südföhnlage. Der Samstag ist deshalb aus heutiger Sicht der Tag mit der geringsten föhnbedingten Einschränkung. Ab Sonntag ändert sich die Lage: Oberhalb etwa 2500 bis 3000 m nimmt die Nord- bis Nordwestströmung deutlich zu. Damit steigt auf der Alpensüdseite das Risiko, dass der Nordföhn zuerst am Hauptkamm und später auch in nord-süd-orientierte Täler durchgreift.
Am Montag ist das Signal wesentlich eindeutiger. Für Südtirol wird Nordföhn in vielen Tälern erwartet, gleichzeitig zeigen die Höhenwindprofile auch im Stubai und Allgäu sehr starke Nord- bis Nordwestwinde. Wichtig: Nördlich des Hauptkamms handelt es sich dabei nicht um „Nordföhn“, sondern um die Luvseite der Nordströmung mit Stau, kräftigem Grundwind, Lee hinter Kämmen und teils massiver Turbulenz. Deshalb: Samstag günstig, Sonntag Übergangstag mit zunehmendem Nowcast-Bedarf, Montag klar windkritisch.
Freitag, 18.09.2026: viele Wolken und Schauer – nur selektive Flugfenster
Südtirol
Vormittag: Wechselnd bis stark bewölkt. Im Pustertal und in den inneralpinen Tälern sind kurze Auflockerungen möglich, gleichzeitig begrenzen Restwolken und feuchte Schichten die nutzbare Arbeitshöhe.
Mittag: Zwischen den Wolken kann sich regionale Thermik entwickeln. Im Pustertal ist eine Wolkenbasis um 3000 bis 3300 m möglich. Das Zeitfenster bleibt aber stark von der tatsächlichen Bewölkung abhängig.
Nachmittag/Abend: Im Tagesverlauf sind erneut einzelne Regenschauer möglich. Damit wird eine längere Aufgabe zunehmend unzuverlässig; lokale Flüge sind nur bei sauberem Radarbild, unkritischer Wolkenentwicklung und ruhigen Windwerten sinnvoll.
Wind: 1000 m meist 5–15 km/h | 2000 m etwa 5–15 km/h | 3000 m etwa 15–25 km/h, überwiegend West bis Südwest; in Schauern lokal böiger.
Stubai
Vormittag: Viele Restwolken und teilweise eingeschränkte Sicht. Lokale Aufhellungen sind möglich, die Thermik startet aber spät und ungleichmäßig.
Mittag: Bei längeren sonnigen Phasen kann sich schwache Thermik entwickeln. Die Basis bleibt meist um 3000 bis 3300 m, oberhalb davon nimmt der Wind zu.
Nachmittag/Abend: Nur lokale und eher kurze Fenster. Die Kombination aus Restfeuchte, niedriger Thermikqualität und stärkerem Wind im oberen Arbeitsbereich macht den Tag wenig verlässlich.
Wind: 1000 m 0–10 km/h | 2000 m 5–15 km/h | 3000 m etwa 20–30 km/h, meist West bis Nordwest; oberhalb davon deutlich stärker.
Allgäu
Vormittag: Überwiegend wolkig mit nur einzelnen Auflockerungen. Die Luft bleibt feucht, die nutzbare Basis entsprechend niedrig.
Mittag: Etwas Thermik ist möglich, sie hängt aber stark von Sonnenfenstern ab. Oberhalb von rund 2000 bis 2500 m wird das Windprofil deutlich unruhiger.
Nachmittag/Abend: Das beste Fenster liegt am Nachmittag. Lokal kann es für einen Thermikflug reichen, ein verlässlich planbares XC-Unternehmen ist aber nicht zu erwarten.
Wind: 1000 m etwa 10–20 km/h | 2000 m 15–25 km/h | 3000 m etwa 25–40 km/h, überwiegend West bis Nordwest.
Samstag, 19.09.2026: Hochdruckfenster – bester Flugtag
Südtirol
Vormittag: Nach Auflösung lokaler Hochnebel- und Restwolkenfelder setzt sich rasch die Sonne durch. In den Tälern bleibt der Wind zunächst schwach, ein markantes Nordföhnsignal ist noch nicht erkennbar.
Mittag: Im Pustertal baut sich gute Thermik auf. Die Basis steigt in Richtung 3500 bis 3900 m, gleichzeitig bleibt der Wind im normalen Arbeitsbereich vergleichsweise günstig.
Nachmittag/Abend: Langes und grundsätzlich sehr gutes Flugfenster. Hohe Schleierwolken können die Thermik zeitweise etwas dämpfen, insgesamt ist der Samstag aber klar der interessanteste Tag für Südtirol.
Wind: 1000 m 0–10 km/h | 2000 m 5–15 km/h | 3000 m etwa 10–20 km/h, überwiegend schwach West bis Südwest.
Stubai
Vormittag: Deutlich freundlicher. Restwolken lösen sich meist auf, danach gute Einstrahlung und ein früherer Thermikbeginn als am Freitag.
Mittag: Gute Thermik mit ansteigender Basis, eine Arbeitshöhe um 3400 bis 3600 m sind möglich. Das Windprofil bleibt in den typischen Gleitschirmhöhen meist brauchbar.
Nachmittag/Abend: Auch im Stubai ist ein guter Thermik- und Streckenflugtag möglich. Hoch geführte Aufgaben trotzdem konservativ planen, da oberhalb der Basis weiterhin mehr Wind vorhanden ist.
Wind: 1000 m 0–10 km/h | 2000 m 5–15 km/h | 3000 m etwa 15–25 km/h; in der Höhe West bis Nordwest.
Gefahren: Vertikale Windscherung und exponierte Grate im oberen Thermikraum.
Allgäu
Vormittag: Freundlicher als am Freitag, Restwolken gehen zurück. Die Thermik setzt eher zögernd ein.
Mittag: Mäßige bis brauchbare Thermik. Die Basis bleibt mit ungefähr 2500 bis 2800 m aber deutlich niedriger als inneralpin; große Arbeitshöhen sind daher nicht zu erwarten.
Nachmittag/Abend: Lokale und regionale Thermikflüge sind gut möglich. Für größere Strecken ist das Potenzial klar geringer als im Pustertal oder Stubai.
Wind: 1000 m 5–15 km/h | 2000 m 10–20 km/h | 3000 m etwa 15–25 km/h, meist West bis Nordwest.
Sonntag, 20.09.2026: freundliche Optik – Nordströmung nimmt zu
Südtirol
Vormittag: Oft freundlich bis sonnig, teils mit hohen Wolkenfeldern. In den Tälern kann es zunächst noch ruhig wirken; am Hauptkamm sollte die Nordkomponente bereits genau beobachtet werden.
Mittag: Im Pustertal ist mäßige Thermik möglich, die Basis kann um 3400 bis 3600 m liegen. Gleichzeitig nimmt mit der Höhe der Nord- bis Nordwestwind klar zu und beginnt die Thermik zunehmend zu versetzen.
Nachmittag/Abend: Das Nordföhnrisiko steigt deutlich. Besonders am Hauptkamm, im Wipptal, Eisacktal und in nord-süd-orientierten Tälern kann die Strömung durchgreifen. Sonniges Wetter ist hier ausdrücklich kein Go-Signal.
Wind: 1000 m zunächst oft 5–15 km/h, in Föhntälern zunehmend deutlich mehr | 2000 m etwa 10–20 km/h | 3000 m etwa 20–35 km/h, im Tagesverlauf zunehmend aus Nord bis Nordwest.
Gefahren: Aufkommender Nordföhn, Lee, beschleunigte Talachsen und deutliche Windzunahme mit der Höhe.
Stubai
Vormittag: Noch überwiegend freundlich. Früh kann ein lokales Flugfenster bestehen, wenn die Windstationen ruhig bleiben.
Mittag: Eine Basis um 3500 bis 3700 m ist möglich. Der Nordwestwind nimmt aber im oberen Thermikraum deutlich zu; die Bärte werden stärker versetzt und ruppiger.
Nachmittag/Abend: Mit weiterer Windzunahme wird der Tag schnell anspruchsvoll. Hohe Kämme und Leegebiete meiden; ein langes XC-Fenster ist nicht in Sicht.
Wind: 1000 m 0–10 km/h | 2000 m etwa 10–20 km/h | 3000 m etwa 20–35 km/h, später lokal mehr; zunehmend Nordwest.
Allgäu
Vormittag: Einzelne freundlichere Phasen sind möglich, die Strömung ist aber bereits deutlich stärker als am Samstag.
Mittag: Trotz zeitweiser Sonne wird die Thermik stark versetzt; an Graten und hinter Kämmen ist mit Turbulenz zu rechnen.
Nachmittag/Abend: Kein sinnvoll planbarer Thermiktag mehr. Die Wetteroptik kann lokal besser aussehen als das Windprofil.
Wind: 1000 m 10–20 km/h | 2000 m 20–30 km/h | 3000 m etwa 35–50 km/h, später lokal darüber; Nordwest.
Montag, 21.09.2026: kräftige Nordlage – fliegerisch klar kritisch
Südtirol
Vormittag: Meist sonnig, nur am Alpenhauptkamm anfangs wechselhafter. Gleichzeitig ist die Strömung bereits deutlich nordföhnig. Besonders die nördlichen Täler und Hauptkammregionen müssen kritisch beurteilt werden.
Mittag: Thermisch kann die Luftmasse durchaus reagieren, das ist aber irreführend: Oberhalb der Arbeitshöhe erreicht der Nordwind sehr starke Werte. Im Pustertal sind selbst gute Steigwerte kein Argument für einen Start.
Nachmittag/Abend: In vielen Tälern ist mit Nordföhn zu rechnen. Für normale Thermik- oder Streckenflüge überwiegt das Windrisiko klar.
Wind: 1000 m in Föhntälern deutlich auffrischend | 2000 m etwa 15–30 km/h | 3000 m verbreitet 40–60 km/h, oberhalb davon deutlich mehr aus Nord bis Nordwest.
Gefahren: Kräftiger Nordföhn, Lee, starke Windgradienten, beschleunigte Talströmungen und Turbulenz. Kein planbarer XC-Tag.
Stubai
Vormittag: Trotz einzelner sonniger Phasen ist der Höhenwind bereits der limitierende Faktor. Am Hauptkamm können Restwolken und Stau hinzukommen.
Mittag/Nachmittag: Die Nord- bis Nordwestströmung nimmt weiter zu. In den Höhenprofilen werden bereits im Bereich um 3000 m deutlich kritische Werte erreicht, oberhalb davon vielfach 50 km/h und mehr.
Wind: 1000 m N bis NW etwa 5–15 km/h | 2000 m etwa 15–30 km/h | 3000 m etwa 35–50 km/h, höher deutlich stärker.
Gefahren: Starker Grundwind, Lee, Turbulenz und mögliche Stauwolken am Hauptkamm. Kein sinnvoll planbarer Thermiktag.
Allgäu
Vormittag: Wolken und Auflockerungen wechseln, die großräumige Nordwestströmung ist aber bereits deutlich.
Mittag/Nachmittag: Auch bei sonnigen Phasen bleibt der Wind das Ausschlusskriterium. Die Thermikprognose ist schwach, zugleich nimmt der Nordwestwind mit der Höhe stark zu.
Wind: 1000 m etwa 10–20 km/h | 2000 m 20–35 km/h | 3000 m etwa 40–55 km/h, exponiert und später stärker.
Streckenflugtipp
Samstag im Pustertal ist aus heutiger Sicht die beste Streckenflugoption. Das thermische Fenster ist lang, die Basis mit etwa 3500 bis 3900 m hoch genug für eine effiziente Linienwahl und der Höhenwind bleibt vergleichsweise moderat. Empfehlenswert ist eine klassische, jederzeit verkürzbare Pustertaler Aufgabe statt einer maximal hoch geführten Route. Vor dem Start Hauptkammstationen, Wolkenreste und den tatsächlichen Höhenwind prüfen. Das Stubai ist am Samstag eine gute Alternative; Sonntag und Montag sind wegen der zunehmenden Nordströmung klar weniger geeignet.
Dienstag bis Donnerstag, 22.–24.09.2026
Südtirol
Dienstag spricht derzeit für weiterhin trockenes und recht sonniges Wetter südlich des Hauptkamms. Entscheidend ist, wie schnell der Nordgradient nach dem kräftigen Montag zusammenbricht; lokale Flugfenster sind möglich, eine belastbare XC-Freigabe ist heute noch zu früh. Mittwoch wirkt nach heutigem Stand ruhiger und sonniger. Für Donnerstag ist die Streuung der längerfristigen Prognosen noch zu groß für eine klare Aussage; Wind und Druckgradient sollten neu bewertet werden.
Stubai
Dienstag bleibt auf der Nordseite die Unsicherheit größer: Restwolken und Nordwestwind können noch nachwirken, zugleich zeigen die Bergwetterprognosen eine Tendenz zu mehr Sonne. Mittwoch ist derzeit der freundlichere und ruhigere Kandidat. Für Donnerstag ist die Detailprognose noch nicht belastbar; entscheidend bleibt, ob sich die Nordwestströmung vollständig abbaut.
Allgäu
Dienstag deutliche Wetterbesserung, Rest-Nordwestwind aber noch prüfen. Mittwoch ist derzeit der freundlichste und ruhigste Kandidat. Für Donnerstag ist die Prognose noch nicht belastbar.

Andy Frötscher
Hike&Fly Expert • Paragliding Guide • Photographer • 6 x Red Bull X-Alps participant



