Eines vorweg: Levico Terme ist ein herrliches Fleckchen Erde. Aber der Reihe nach…
Meine fliegende Frau und ich sind bei der Planung unseres Herbsturlaubs 2026 auf die verlockende Überschrift „Levico Terme Paragliding: Fly, Relax & Wellness“ gestoßen. Schon die Reisebeschreibung auf der Homepage lies Levico Terme als eine gutes Ziel für Flieger und Nichtflieger erscheinen. Nach weiterer „Eigenrecherche“ stand fest: Hier soll`s hingehen.
Die Buchung bei Papillon war gewohnt unkompliziert und auch beim vorgeschlagenen Hotel „Florida“ war die Reservierung mit zwei E-Mails erledigt. Drei Wochen vorm Urlaub dann etwas Verwirrung. Als Beginn der Reise war in der Ausschreibung , So, 13.09.2026 angegeben. In der sich anschließenden Reisebeschreibung war als Treff „Samstag zum Abendessen im Hotel“ angegeben. Aber nach zwei Mails mit dem Hotelchef Rudi war auch das „Problem“ gelöst. Dann konnte es endlich losgehen.
Eintreffen in Levico: Blauer Himmel, Luft 28 Grad
Also erstmal ein Cappuccino auf der Hotel-Terrasse, dann das Zimmer beziehen und anschließend mal direkt ein Bad im 150m entfernten Levico-See genießen. Wassertemperatur 24 Grad, wohlgemerkt am 12. September! Viel besser kann ein Urlaub wohl nicht beginnen.
Beim Abendessen lernten sich dann die gesamte Gruppe kennen. Um die Fluglehrer Moni und Renate scharten sich 6 Flieger mit 4 Begleitpersonen. Bis auf ein Pärchen wohnten alle im Hotel Florida. Das Pärchen hatte sich am Campingplatz am Levico-See niedergelassen und war auch dort mit der Unterbringung sehr zufrieden.
Bei dem Hotel handelt es sich um ein drei-Sterne Hotel. Die in der Reisebeschreibung empfohlenen „neuen“ Zimmer sind geräumig und modern ausgestattet mit Balkon/Blick auf den Levico-See. Das Essen ist einfach aber lecker. Frühstück ist in Buffet-Form mit reichlich Auswahl organisiert. Beim Abendessen kann zwischen zwei Vorspeisen (Suppe/Nudelgericht) zwei Hauptgängen (Fleisch-/Fisch-/Gemüsegerichte) und verschiedensten Nachspeisen gewählt werden.
Und der Nachtisch entwickelte sich im Laufe der Woche zum Running Gag. Jeden Abend fragte Moni nach einem Tiramisu. Und jeden Abend wurde sie von der Bedienung charmant darauf aufmerksam gemacht, dass ein solches nicht angeboten wird. Daher mussten wir uns die ganze Woche zwischen Pudding, verschiedenen Torten/Kuchen und Eis entscheiden. Da gibt`s definitiv Schlimmeres.
Noch zu erwähnen ist, dass das Hotel über eine Garage verfügt, in der Sportgeräte, in unserem Fall E-Bikes und Sup-Boards, gelagert werden können. Die Gleitschirmausrüstung hat auf den Zimmern oder in Moni`s „Zebra“-dem Flugschul-Bus- Platz.
Zur Umgebung: Levico-Terme ist traumhaft gelegen.
Das Hotel befindet sich direkt am Levico-See. Schon vor dem Frühstück kann man das erste erfrischende Bad nehmen, was einige aus der Gruppe auch täglich praktiziert haben. Das ist auch sehr zu empfehlen-dann schmeckt das Frühstück noch besser.
Egal in welche Richtung man schaut – es bietet sich immer ein herrliches Berg-Panorama. Der Blick der Flieger geht zuerst nach Nord-Osten, denn dort liegt am Fuße des Gipfels des Panarotta der Startplatz von Levico-Terme. Moni`s Zebra braucht zum Startplatz rund 20 Minuten.
Für die Nichtflieger ergeben sich zahlreiche Möglichkeiten, die Gegend zu erkunden. In unserer Gruppe waren drei der vier Begleitpersonen mit E-Bikes ausgerüstet uns so wurden bereits am ersten Tag der „Lago di Levico“ und „Lago di Caldonazzo“ umrundet. Die Rad-Infrastruktur ist nahezu perfekt. Es sind zahlreiche ausgeschilderte und gut ausgebaute Radwege vorhanden, an denen man immer wieder auch Einkehrmöglichkeiten findet.
Das Angebot an Wanderwegen ist ebenfalls umfangreich, wurde aber von unserer Gruppe eher weniger in Anspruch genommen, da wir uns sehr viel mit den Fahrrädern bewegt haben. Direkt am See gibt es auch Verleihfirmen für Fahrräder und Wassersporgeräte.
Auf Moni`s Empfehlung ging es am Dienstag mit den Fahrrädern immer der Brenta entlang bis zum „Castello Ivano“. Im malerischen Örtchen Borgo haben wir auch eine gemütliche Pause gemacht.

Mittwoch stand ein Team-Wettbewerb auf dem Programm. Als Fluggebiet wurde der Panarotta gewählt. Wer wird als erstes am Startplatz sein? Team E-Bike oder Team Paragliding? Das Team E-Bike hat die Challenge ganz klar gewonnen. Angeblich hat uns das Team Paragliding einen Vorspung gelassen, „ da man ja aufgrund der zunächst niedrigen Wolkenbasis eh nur einen Abgleiter hätte machen können“. Das kann mal dahingestellt bleiben, wir Radler haben von Beginn an die Aussicht genossen und sind den ganzen Tag am Berg geblieben. Das Café direkt am Startplatz hat uns den Aufenthalt im wahrsten Sinne des Wortes versüßt.
Da es ja in dem Bericht auch noch um`s Para-Gleiten gehen soll, spare ich mir jetzt weitere detaillierte Touren-Beschreibungen der Nichtflieger. Die gängigen Outdoor-Apps bieten zahlreiche Möglichkeiten. Im Foyer des Hotels liegen auch noch einige Flyer hinsichtlich der verschiedensten Aktivitäten aus und es wird auf aktuelle Veranstaltungen aufmerksam gemacht.
Gesagt sei noch, dass auch die Innenstadt von Levico Terme zu einem Bummel einlädt und für die Freunde der Botanik ist der „Parco delle Terme die Levico“ auch ein lohnenswertes Ziel. Beide Locations sind vom Hotel aus fußläufig in 15-20 Minuten zu erreichen.
Nun zum Fliegen:
Die Region bietet viele Möglichkeiten. Als Alternative zum Panarotta liegt in gut 30 Minuten noch das Fluggebiet „Feltre“ und „Bassano“ ist in knapp einer Stunde zu erreichen. Die genannten Fluggebiete wurden von unserer Gruppe in der Woche auch alle genutzt, sodass man schon fast von einer Flug-Safari gesprochen werden kann. An dieser Stelle nochmal der Hinweis auf die in der Reisebeschreibung aufgeführten fliegerischen Voraussetzungen. Man sollte sich selbst realistisch einschätzen, damit die ganze Gruppe auf ihre Kosten kommt.
Unsere Gruppe hatte eine große Bandbreite an fliegerischer Erfahrung. Vom A-Schein Inhaber, der einmal im Jahr einen Flugurlaub macht, bis zu erfahrenen Fliegern, welche mehrere hundert Flüge im Jahr machen. Die beiden Fluglehrerinnen Moni und Renate haben mit all ihrer Erfahrung und Ortskenntnis das Kunststück vollbracht, dass alle Flieger entsprechend der jeweiligen Erfahrung voll auf ihre Kosten gekommen sind. Jeder hatte seine persönlichen Erfolgserlebnisse und Lerneffekte. Hier und da kam es auch mal zu deutlichen Ansagen aber es war allen bewusst, dass diese der Sicherheit aller dienen.
Der „Relax“-Character der Reise wurde aber auch beim Fliegen deutlich. Nach dem gemütlichen Frühstück war vor dem ersten Flug meist noch Zeit für einen Kaffee – entweder beim Briefing oder auf dem Weg zum Startplatz – und nach dem Fliegen fand sich die Gruppe nicht selten am Hotelpool oder direkt am See zum Landebier oder Aperol zusammen.
Der Wettergott meinte es gut mit uns, an 5 von 6 Tagen ging es in die Luft. Und an dem sechsten Tag war zwar kein Flug-, aber dafür Badewetter.
Fazit: Für Flieger und Nicht-Flieger sehr empfehlenswert!!!
Wir kommen wieder.
Jochen Theis




